Der Mensch ist ein soziales Wesen, wir leben in einer Welt von Kommunikation und Austausch, Beziehungen, Netzwerken und Abhängigkeiten. Unser Ziel ist es eine Gemeinschaft zu finden, in der wir uns wohl fühlen, Zugehörigkeit spüren, sicher und geborgen sind. Im Erwachsenenalter streben wir deshalb eine Beziehung, Partnerschaft an, die uns Stabilität und Verlässlichkeit verspricht.
Warum glückt das nicht immer?
Wenn Beziehungen nicht gelingen, nur von kurzer Dauer sind oder stets der gleiche Partnertyp gewählt wird, mit dem man immer wieder in die gleiche "Falle" tappt - liegt das an einer Störung in der Fähigkeit, Beziehungen und Bindungen aufzubauen?
Diese oder ähnliche Fragen stellen sich diejenigen, die sich eine gute, stabile Partnerschaft wünschen, aber kein Glück bei der Auswahl haben. Man ist dauernd auf der Suche, stürzt sich von einer Beziehung in die nächste oder geht gar kein Risiko mehr ein und bleibt lieber allein.
Modelle zu den verschiedenen Bindungstypen, die die Problematik veranschaulichen, können dabei helfen, das eigene Verhalten oder das der Partnerin oder des Partners zu verstehen. Hinter den Schwierigkeiten zum Thema Bindung und Beziehung verbergen sich immer wieder Erfahrungen aus Kindheit und Jugend. Die Vorbilder aus dem Umfeld und die vorgelebten Verhaltensmuster prägen die Heranwachsenden nachhaltig. So spricht man häufig vom sicheren Bindungstyp, vom ängstlichen (ambivalenten), vermeidenden (unsicheren) und vom desorganisierten Bindungstyp. Dabei wirkt sich das (unbewusste) Selbstbild und das Bild der anderen Personen auf das Bindungsverhalten und das Verhalten in einer Beziehung aus. Man geht davon aus, dass 50% bis 60% der Erwachsenen in Deutschland als sicherer Bindungstypen eingeordnet werden kann.
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, vorangegangener Erfahrungen und Beziehungen sowie die Bearbeitung von damit verbundenem Stress geben die Gelegenheit sich zu entwickeln. So kann eine bestehende Beziehung stabil und dauerhaft werden oder zukünftige auf einer gesunde Basis begonnen werden.
Je nach Schwere und Dauer zeigen sich die negativen Kindheitserfahrungen als Probleme in der Familie, in Beziehungen, im Umgang mit den eigenen Kindern und dem Umfeld. Im Extremfall kann eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung (k-PTBS) vorliegen, eine psychische Erkrankung, die über die Symptome der klassischen PTBS hinausgeht. Sie entwickelt sich oft nach wiederholten, lang andauernden Traumatisierungen während der Kindheit und Jugend, denen man nicht entfliehen konnte (Krieg, Gewalt, Verwahrlosung, Armut, Krankheit, Streit, Tod, Misshandlung, Missbrauch, Vernachlässigung, ...). Es muss nicht immer eine direkte Einwirkung gegen die eigene Person vorliegen, auch das Miterleben im direkten Umfeld wirkt sich auf die Psyche aus.
Betroffene leiden unter ihrem Vermeidungsverhalten, ihren Ängsten und den wiederkehrenden Erinnerungen ebenso wie unter den Gefühlen von Wertlosigkeit, Hilflosigkeit, Scham und Schuld. Diese Gefühle und Verhaltensmuster sitzen sehr tief und lassen sich ohne Unterstützung schwer regulieren. Nach außen wirken die Personen im Sozialverhalten unberechenbar, impulsiv, emotional und es fällt ihnen schwer, eine stabile Beziehung aufzubauen oder zu erhalten. Nach innen leiden Betroffene unter der mangelnden Regulation der Emotionen, ihrem negativen Selbstbild und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Dadurch entsteht nicht selten ein enormer Leidensdruck, besteht doch einfach nur der Wunsch nach einem erfüllten und "normalen" Leben.
Die Auswirkungen sind vielfältig und entsprechend erfordern sie oft langwierige, spezialisierte Traumatherapien, um die Selbstregulation und Bewältigungsfähigkeiten der Betroffenen zu stärken, Symptome zu lindern und Ressourcen zu entdecken und zu stärken.
Laurence Heller und Brad J. Kammer haben sich intensiv mit der Thematik befasst und das Neuroaffektive Beziehungsmodell (NARM) entwickelt. Sie sehen Betroffene (einfach ausgedrückt) als Menschen, die sich und ihr Selbst in den Bedrohungssituationen schützen mussten, um psychisch zu überleben. Dabei spielen fehlgeschlagene Bindungen (zu den Bezugspersonen) eine zentrale Rolle. Sie benutzen den Begriff Umweltversagen, was die Bedrohung der Sicherheit des Selbst beschreibt und eine gesunde kindliche Entwicklung beeinträchtigt.
Ziel von NARM ist es, die Entwicklungsdefizite nach und nach auszugleichen und zu lernen, "im Kontakt mit sich" zu bleiben. Dabei erkennen die betroffenen Menschen, dass sie nicht verantwortlich für das "Umweltversagen" sind und sich dafür auch nicht schämen müssen. Dadurch kann ein Reifungsprozess in Gang kommen, indem ein Bezug zu "sich selbst" hergestellt und der Kontakt zum "Selbst" im Alltag stabilisiert wird. Daraus können Selbstwert, Selbstvertrauen und Selbstliebe entstehen und wachsen.
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