Gabi Braun
Praxis für Psychotherapie, Kinesiologie und Coaching

Kindheits- und Entwicklungstrauma 

Der Mensch ist ein soziales Wesen, wir leben in einer Welt von Kommunikation und Austausch, Beziehungen, Netzwerken und Abhängigkeiten. Unser Ziel ist es eine Gemeinschaft zu finden, in der wir uns wohl fühlen, Zugehörigkeit spüren, sicher und geborgen sind. Im Erwachsenenalter streben wir deshalb eine Beziehung, Partnerschaft an, die uns Stabilität und Verlässlichkeit verspricht. 

Warum glückt das nicht immer?

Wenn Beziehungen nicht gelingen, nur von kurzer Dauer sind oder stets der gleiche Partnertyp gewählt wird, mit dem man immer wieder in die gleiche "Falle" tappt - liegt das an einer Beeinträchtigung in der Fähigkeit, Beziehungen und Bindungen aufzubauen?

Diese oder ähnliche Fragen stellen sich diejenigen, die sich eine gute, stabile Partnerschaft wünschen, aber kein Glück bei der Auswahl haben. Stattdessen sind sie in einer unbefriedigenden Beziehung, dauernd auf der Suche oder gehen gar kein Risiko mehr ein und bleiben lieber allein. 

Modelle zu den verschiedenen Bindungstypen, die die Problematik veranschaulichen, können dabei helfen, das eigene Verhalten oder das der Partnerin oder des Partners zu verstehen. 

Man spricht häufig vom sicheren Bindungstyp, vom ängstlichen (ambivalenten), vermeidenden (unsicheren) und vom desorganisierten Bindungstyp. Dabei wirkt sich das (unbewusste) Selbstbild und das Bild der anderen Personen auf das Bindungsverhalten und das Verhalten in einer Beziehung aus. Man geht davon aus, dass 50% bis 60% der Erwachsenen in Deutschland als sicherer Bindungstypen eingeordnet werden können.


Je nach Schwere und Dauer zeigen sich negative Kindheitserfahrungen als Probleme in der Familie, in Beziehungen, im Umgang mit den eigenen Kindern und dem Umfeld. Im Extremfall kann eine  komplexe posttraumatische Belastungsstörung (k-PTBS) vorliegen. Betroffene leiden unter ihren Ängsten und den wiederkehrenden Erinnerungen ebenso wie unter den Gefühlen von Wertlosigkeit, Hilflosigkeit, Scham und Schuld. Diese Gefühle und Verhaltensmuster sitzen sehr tief und lassen sich ohne Unterstützung schwer regulieren. 

Häufiger leben Betroffene ein scheinbar "normales" Leben, gehen stets freundlich, hilfsbereit und emphatisch mit ihrem Umfeld um, fühlen sich aber jenoch ungesehen, nicht wertgeschätzt und ausgenutzt. Mit der Zeit wird es für sie immer anstrengender und ermüdender, sich für die anderen einzusetzen und sich dennoch ungesehen zu fühlen, bis hin zur Erschöpfung oder depressiven Verstimmung. Andere können im Sozialverhalten unberechenbar, impulsiv und emotional wirken und es fällt ihnen schwer, eine stabile Beziehung aufzubauen oder zu erhalten. Nach innen leiden sie unter der mangelnden Regulation der Emotionen, ihrem negativen Selbstbild und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch hier entsteht nicht selten ein enormer Leidensdruck, besteht doch einfach nur der Wunsch nach einem erfüllten und "normalen" Leben. 

Laurence Heller und Brad J. Kammer haben sich mit der Thematik befasst und das Neuroaffektive Beziehungsmodell (NARM) entwickelt. Sie sehen Betroffene (einfach ausgedrückt) als Menschen, die sich und ihr Selbst in den Bedrohungssituationen schützen mussten, um psychisch zu überleben. 

Lindsay C. Gibson beschreibt die emotionale Reife der Bezugspersonen und deren Rolle für die gesunde Entwicklung eines Kindes. Sie beschreibt den Zusammenhang von negativen Glaubensmustern und dem Wunsch, in der Kindheit von den Eltern die nötige Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen.

In meiner Praxis biete ich meinen Klientinnen und Klienten die Möglichkeit, Zusammenhänge und negative Muster zu erkennen und zu verstehen. Schrittweise können Entwicklungsdefizite ausgeglichen und gleichzeitig der "Kontakt mit sich" erlernt werden. Dadurch kann ein Reifeprozess in Gang kommen, indem ein Bezug zum "Selbst" stabilisiert wird, woraus Selbstwert, Selbstvertrauen und Selbstliebe entstehen und wachsen.

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